Was tun gegen Rechts?
Die Bundestagswahlen stehen an! Und mit den Wahlen gilt es klare Kante gegen Rechts zu zeigen, solidarisch zusammenzustehen und damit auch sich selbst zu schützen.
Denn rassistische Übergriffe, Aufmärsche und Demonstrationen nehmen in Deutschland massiv zu. Die Verschiebung der politischen Diskussionskultur nach rechts hat längst stattgefunden. Es droht ein gesellschaftliches Klima, das von Intoleranz, Ausgrenzung, Autorität und Demokratiefeindlichkeit geprägt ist.
Die extreme Rechte versucht mit ihrer rassistischen Hetze in der Mitte der Gesellschaft Fuß zu fassen. Diesen Bestrebungen treten wir als Gewerkschaftsjugend entschieden entgegen!
Deshalb möchten wir Aktionsmöglichkeiten und Argumentationsstrategien für uns Gewerkschafter:innen vorstellen, um zu verhindern, dass sich solche Strukturen auch in unseren Betrieben, (Berufs-) Schulen, Universitäten oder unserer Stadt entwickeln!
Unser Ziel ist, den Einfluss rechter Parteien und Organisationen in der Gesellschaft zu verhindern, weil sie unseren gewerkschaftlichen Forderungen, Werten und Zielen entgegenstehen. Hierfür gibt es verschiedene Mittel und Wege.
Was können wir konkret tun?
Wir von der DGB-Jugend beschäftigen uns mit dem gesellschaftlichen Problem Rassismus. Auf unseren Webseiten sind Aktionstipps und Hilfestellungen zu finden, auch findet ihr Seminare zu den Themen in unseren Bildungsprogrammen. Aber auch innerhalb eures Betriebes oder eurer (Berufs-) Schule oder an der Hochschule könnt ihr aktiv werden.
Wie wäre es z.B. mit einer antirassistischen Zeitung oder einem antirassistischen Flyer, die ihr selbst schreibt und verteilt? Damit könnt ihr auf konkrete Auseinandersetzungen im Betrieb oder der Schule eingehen und in den gesellschaftlichen Kontext einordnen.
Im Gegensatz zu einem Flyer habt ihr mit einer Zeitung mehr Platz um Fragen zu diskutieren und aufzugreifen.
Oder ihr produziert Buttons und T-Shirts: Im besten Fall sprechen euch Mitschüler:innen oder Kolleg:innen drauf an und ihr könnt euch über die Punkte austauschen. Gleichzeitig setzt ihr damit ein klares Zeichen.
Doch nicht alle werden sich so leicht überzeugen lassen.
Wie am besten gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit argumentiert werden kann, lässt sich in Trainings einüben. Organisiert doch zum Beispiel ein Argumentationstraining mit Kolleg:innen und Mitschüler:innen. Hier können Vorurteile, die allen alltäglich begegnen, zusammengetragen und gemeinsam entkräftet werden. Neben inhaltlichen Punkten ist es auch wichtig die richtige Gesprächsführung zu üben um am Ende zu überzeugen und nicht als Besserwisser:in dazustehen.
Oft ist da auch erstmal diese Hürde, die man überwinden muss um über politische Debatten mit Kolleg:innen oder Mitschüler:innen ins Gespräch zu kommen. Bei einem Konzertabend oder einer Party, die ihr unter ein antirassistisches Motto stellt, ist die Hürde vielleicht niedriger. Bei Musik und in lockerer Atmosphäre ist Politik schnell um einiges weniger „trocken“, als manch eine:r denkt. Die Einnahmen von der Veranstaltung könnt ihr außerdem Initiativen oder Projekten spenden.
Oder auch in eurer Stadt könnt ihr euch engagieren: Neben den gewerkschaftlichen Strukturen gibt es weitere Gruppen und Organisationen, die sich der Neuen und alten Rechten in den Weg stellen. Gemeinsam im Bündnis lassen sich antirassistische Demonstrationen organisieren oder sogar Naziaufmärsche blockieren.
Wenn die AfD einen Stand in der Innenstadt aufbaut, um auf Stimmenfang zu gehen, stellt eine „braune Tonne“ daneben. Hier können die rechten Flugblätter direkt wieder abgegeben werden. Begleitet die Aktion mit eigenen Flyern, die euer Handeln erklären und versucht mit Passant:innen ins Gespräch zu kommen.
Und vor allem jetzt, wo die Bundestagswahlen so kurz vor der Tür stehen, gilt:
Schaut euch die Wahlprogramme der verschiedenen Parteien an und überprüft sie mit gewerkschaftlichen Forderungen. Wo passt es, wo passt es nicht? Welche Partei hat konstruktive Vorschläge für Tarifbindung, wer steht für gute Arbeitsbedingungen und einen handlungsfähigen Staat? Anhand dieser Fragen könnt ihr Stellungnahmen veröffentlichen, Podiumsdiskussionen veranstalten oder Wahlaufrufe verbreiten. Wichtig ist, dass ihr dazu aufruft, dass eure Kolleg:innen überhaupt wählen gehen, denn jede Nicht-Stimme ist im Zweifel eine Stimme für rechte undemokratische Parteien.
Es gibt vielfältige Wege, sich gegen rechtes Gedankengut zu engagieren. Das Effizienteste bleibt dabei immer eines: Nicht weghören. Nicht wegsehen. Wann immer es geht, heißt es, sich gegen rassistische Parolen und Fremdenfeindlichkeit zu positionieren! Sei es gegen Aussagen oder auch die direkte Schlechterstellung von nicht deutschen Kolleg:innen.
Helft uns JETZT beim Kampf gegen Rassismus und macht mit!
Mehr Infos Gegen Rechts gibt’s außerdem hier:
https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/material/antirassismusarbeit
Quellen: